Rottweiler Charakter und Wesen
Rottweiler Charakter und Wesen: was ist typisch Rottweiler?

Was macht das Wesen des Rottweilers aus?


Das Grundwesen des muskulösen Hundes ist freundlich und friedlich.

Der Rottweiler ist selten nervös oder vorsätzlich angriffslustig. In der Hand eines erfahrenen Hundehalters ist er in der Regel entspannt, aber immer wachsam und seinem Herrn zu Diensten.

Das grundsätzlich friedliebende Wesen des, mitunter Respekt einflößenden, Vierbeiners hat wesentlich zur Erhaltung der Rasse beigetragen, die heute vorwiegend zur Übernahme von Wach- und Schutzfunktionen gehalten und gezüchtet wird.

Sein Revier, sein Haus, sein Herr

Ursprünglich half der Rottweiler, der als Nachfahre der Saupacker, der Wildschwein jagenden Vorstehhunde, gilt, bei der Handhabung des Schlachtviehs auf großen Viehmärkten des Mittelalters.

Rottweiler Charakter
Der Rottweiler ist im Charakter sehr arbeitswillig, mutig und gleichermaßen nervenfest und enorm selbstsicher.

Dieser Hund musste stets arbeitswillig, mutig und gleichermaßen nervenfest und enorm selbstsicher sein. Eigenschaften, die Liebhaber des Rottweilers noch heute an ihm schätzen. Der unerschrockene Charakter des Rottweilers prädestiniert ihn für Wachaufgaben und Schutzfunktionen aller Art.

Er verteidigt, wenn es sein muss, sein Revier mit allen Mittel und schaltet in Gefahrensituationen blitzschnell.

Der Rottweiler agiert durchaus unvermittelt und ohne große Ankündigung. Um ihn zu kontrollieren und sein bisweilen impulsives und ausgesprochen territoriales Wesen in die richtigen Bahnen zu lenken, sind Sachverstand und eine sichere, erfahrene Hand des Halters erforderlich.

Der Rottweiler ordnet sich nur einer Führungspersönlichkeit unter und ist für den Einsteiger weniger geeignet.

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Schmusetier mit wachsamem Blick und gespitzten Ohren

Rottweiler Wesen
Trotz seiner Größe ist der Rottweiler dankbar für jede Zuwendung und Streicheleinheiten.

Obwohl der Rottweiler stets Herr der Lage ist und die Umgebung im Auge behält, liebt der große, kräftig gebaute Hund Streicheleinheiten und Zuwendung von seiner Familie.

Rottweiler schließen sich eng und treu an ihren Besitzer und eine Gruppe oder Familie an, sind jedoch keine direkten Familienhunde.

Der Rottweiler, oft liebevoll Rotti genannt, liebt das Spiel, die Bewegung und das Toben im Freien. Vielfältige, sportliche Betätigung sind für seine Ausgeglichenheit äußerst wichtig.

Kindern gegenüber verhält sich der Rottweiler in der Regel aufgeschlossen und sanft. Er agiert im Allgemeinen nicht hektisch oder fahrig. Ein erfahrener Erwachsener sollte beim ausgelassenen Spiel und wildem Jagen nach dem Ball, gerade bei kleineren Kindern, jedoch immer zugegen sein und die Führung übernehmen.

Allein das stattliche Gewicht des imposanten Vierbeiners, das bei Rüden bis zu 50 kg betragen kann, und sein stürmisches, oft verspieltes Temperament können einen Steppken schnell zu Fall bringen.

Der Rottweiler – ein starker Begleiter

Charakter und Wesen des Rottweilers
Wegen seines Charakters und Wesens wird der Rottweiler gerne als Polizeihund, Wachhund oder Diensthund verwendet.

So treu der Rottweiler ihm bekannten Personen ergeben ist, so distanziert und zu meist sehr zurückhaltend verhält er sich Fremden und Unbekannten gegenüber.

Eigenschaften, die, neben Durchsetzungsvermögen und Willensstärke, ideale Voraussetzungen für seine Tätigkeit als Diensthund sind.

Rottweiler gehören zu den anerkannten Diensthundrassen und sind häufig im Polizeidienst und Grenzschutz anzutreffen. Der im Wesen gutmütige und gelassene Hund hat sich darüber hinaus bei der Arbeit als Fährten- und Blindenhund bewährt.

Immer wichtig bei ihm übertragenen Aufgaben ist die kompromisslose Führung durch seinen Halter, so dass Impulsivität, Führungsanspruch und selbstständiges Handeln des Hundes stets unter Kontrolle bleiben.

Erziehung und Kontrolle von Anfang an

Da der Rottweiler auf unbekannte Personen oder Situationen ausgesprochen misstrauisch reagiert, sollte er früh, behutsam, mit Geduld und Konsequenz an Fremdes oder Unbekanntes herangeführt werden.

Die Integration in eine Familie oder Gruppe sollte ebenfalls so früh wie möglich vollzogen werden. Um das friedfertige und gelassene Wesen des Rottweilers auszuprägen und seine gutmütigen, treuen und besonders anhänglichen Charakterzüge zu formen, ist eine Erziehung mit Souveränität, Besonnenheit und Sachkenntnis von Beginn an unumgänglich.

Der willensstarke Hund mit ausgeprägtem Schutz- und Territorialverhalten braucht konsequentes, kompetentes Handeln und einen loyalen Führungsstil.

Hund und Halter – ein gutes Team

Erziehung Rottweiler - Hundehaltung
Mit einer konsequenten Erziehung ist die Rottweiler Hundehaltung kein Problem.

Der Rottweiler, eine der ältesten Hunderassen der Welt, vereint viele hervorragende Eigenschaften und Wesenszüge.

Schon die Römer schätzten die Vorfahren des Rottweilers als Treib- und Hütehund. Große Kraft, Wendigkeit und enorme Ausdauer zeichnen diese Hunde bis heute aus.

Seine Charakterfestigkeit und seine klaglose Bereitschaft, die ihm übertragenen Aufgaben zu erfüllen, machen ihn in der heutigen Zeit, bei artgerechter Haltung und Pflege, zu einem idealen Begleithund.

Sein muskulöser, gut proportionierter Körper ist widerstandsfähig und recht resistent gegenüber Krankheiten, sein kurzes, grobes Fell pflegeleicht.

Für eine gute Mensch-Hund-Beziehung ist ein fester, bestimmter Charakter und ein eindeutiges, fortwährendes Verhalten des Halters von grundlegender Bedeutung und Garant für eine dauerhafte und erfolgreiche Partnerschaft zwischen Zweibeiner und Vierbeiner.

Kennst Du einen Rottweiler? Welche Eigenschaften, welchen Charakter hat Dein Rottweiler? Bitte hinterlasse eine Antwort!

Dieser Beitrag hat 20 Kommentare

  1. Tina S

    Hier wohnen auch Rottweiler und Jack Russell zusammen und das funktioniert wunderbar! Die Jacky-Hündin setzt sich gegen unseren sanftmütigen Rottirüden durch, was teilweise sehr amüsant ist.
    Unser Rottweiler ist ein absoluter Traumhund, ein liebevoller Knuddelbär auch gegenüber unserem Kind. Auch haben wir es schon geschafft, bei manchen fremden (und natürlich auch bekannten) Menschen die Vorurteile gegenüber der Rasse auszuräumen, da unser Rottirüde mit einer ausgeglichenen und freundlichen Art auf sie reagiert hat, sich bereitwillig streicheln ließ und einfach mit seinem Charme überzeugt hat. Für mich war der Rottweiler die Erfüllung eines Kindheitstraums und ich bin voll und ganz auf dem Standpunkt – einmal Rottweiler, immer Rottweiler!

    1. Rottweiler.de

      Hallo Tina!
      Jackies sind ja schon ein bisschen bekannt dafür, größenwahnsinnig zu sein 😀 Sehr mutig und von sich überzeugt die Kleinen.
      Schön, dass alles bei euch Zuhause so gut läuft. Scheint so, als habt Ihr da alles richtig gemacht. Top! Mit viel konsequenter Erziehung und viel Liebe werden diese schönen Tiere einfach zu Traumhunden.
      Es freut mich besonders zu hören, dass Du es schaffen konntest, so manches Vorurteil in Deinem Umkreis auszumerzen. Wirklich klasse.
      Ganz liebe Grüße,
      Vanessa

  2. Michael Kruchem

    Toll so viel Leidenschaft zu hören . Auch wir haben durch einen Freund das tolle Wesen eines Rottis erlebt , der liebevoll mit unserer American Bulldog Hündin nach dem Training bei unserer Hundeschule umhergetollt ist . Nachdem wir uns leider von Tara im Alter von 5 1/2 Jahren ( wegen Krebs ) verabschieden mußten , ist das Leben ohne Hund Lehr . Hier muß wieder ein Hund mit gleichem Kaliber her . Wir denken , daś ein Rottis bei uns glücklich wäre . Genauso wie mit unserer Tara würden wir bestimmt erneut den Wesenstest bestehen , was auch unser erfahrener Hundetrainer , der früher bei der Bundeswehr Diensthunde ausgebildet hat , bestätigt . Das ist uns sehr wichtig ! Kurz um , tolle Hunde ; wir sind auf der Suche nach einem Mädchen

    1. Rottweiler.de

      Hallo Michael!

      Ich kann so gut verstehen, dass Euer Leben nun ohne Tara irgendwie leer ist. Umso schöner, dass Ihr wieder bereit seid, einen Hund in Euer Herz zu lassen.
      Schaut Euch mal in unseren Kleinanzeigen um.
      https://www.rottweiler.de/rottweiler-anzeigen/kleinanzeigen-durchsuchen/
      Dort sind aktuell einige Rottis abzugeben. Auch aus dem Tierschutz. Es wäre schön, wenn es einer oder eine zu Euch nach Hause schaffen würde. Ich hoffe immer für diese Fellnasen, dass sie in ein hundeerfahrenes Zuhause kommen und bei Euch hätten sie eine richtige Chance.
      Haltet uns auf dem Laufenden, ob und wie Ihr euch letzten Endes entschieden habt 🙂
      Ganz liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
      Vanessa

  3. Kerstin + Heinz-Gerd

    Hallo liebe Rottifreunde,
    wir haben eine fast 7-jährige Rotti-Dame, welche uns täglich erfreut. Der Hund wird bei uns als Familienmitglied behandelt, allerdings mit eindeutigen Regeln. Wir haben „Sie“ von klein an und „Sie“ wurde mit viel Liebe erzogen und hat bis heute nie etwas böses erfahren.Die Hund hat unser Leben in jeder Hinsicht bereichert. Zu uns hat Sie das absolute Vertrauen, zeigt aber, wie auch hier schon öfters beschrieben, eindeutige Verhaltenszüge, die man im Griff haben sollte. Hoher Schutzinstinkt , Familie ist alles, absolut territoriales Verhalten und nicht immer gerade freundlich zu Artgenossen. Allerdings ist unsere Hündin zu allen Menschen freundlich und aufgeschlossen und niemals agressiv. Wenn’s aber drauf ankommt ist „Sie“ da.
    Wir gehen ca. täglich 2,5 – 3 Std. mit Ihr spazieren, um Ihren Bewegungsdrang zu stillen. Ganz wild ist „Sie“ auf Frisbey-Spiele und rauft am liebsten mit Herrchen. Es ist aber absolut kein Anfängerhund. Der Rotti braucht eine bestimmte und klare Führung sowie eine Erziehung mit viel Liebe dann hat mat den Freund und Gefährten für’s Leben, der mit einem durch dick-und dünn geht. Wir lieben unsere Rottimaus.

    1. Rottweiler.de

      Hallo Kerstin und Heinz-Gerd!

      Hach klasse. Ich freue mich immer zu lesen, wenn die Besitzer wissen, was sie tun und wen sie sich da ins Haus geholt haben 😀
      Ein Rottweiler ist kein Anfängerhund und auch kein Prestigeobjekt. Er braucht die von Euch beschriebenen klaren Regeln, viel Liebe und Sachverstand. Dann hat man den tollsten Begleiter, den man sich nur wünschen kann.
      Ich hoffe es gibt noch ganz viele Besitzer wie Euch, die dem Rotti geben was er braucht und ihn ausreichend auslasten. Denn ihren teils schlechten Ruf „verdankt“ die Rasse eher unbedarften Besitzern. Die Hunde sind ja nicht von Natur aus so.
      Viel Spaß weiterhin mit Eurer Rotti-Dame.
      Liebe Grüße,
      Vanessa

  4. Kev

    Ich habe meine Rottweiler Dame letztes Jahr in Italien auf der Straße gefunden. Sie war von Anfang an super lieb zu uns und den anderen zwei Hunden. Und wenn ich jetzt gerade darüber nachdenke, bin ich so froh, dass ich mich für Sie entschieden habe. Als wir Sie damals antrafen, war Sie so verdreckt und abgemagert. Und trotz dieser Tatsachen + der Tatsachen, dass Sie wohl auch schlechte Erfahrung gegenüber Menschen gemacht haben muss, war Sie sehr zutraulich, fast schon unterwürfig.
    3 Tage lang haben wir Sie immer am Fundort besucht und Sie etwas analysiert. Schlussendlich haben wir „zugegriffen“.
    Kaum war Sie mit uns, beschlossen wir einen TA aufzusuchen.
    Diagnose: Leishmaniose + Schwanger mit 1 Baby
    Für uns war der Begriff erst einmal Neuland… Also erkundigt und erfahren was das zu bedeuten hat…
    Nachdem wir also erfuhren, was Sie hat, beschlossen wir Sie durch eine Tierschutzorganisation zu adoptieren mit nötigen Papieren, Impfungen, Chip usw…

    Das traurige: In Italien ist das alles etwas schwieriger zu meistern… Die Ortspolizei nahm uns nicht ernst und empfahl uns, wenn wir den Hund nicht wollen, obwohl er jetzt unser ist, da wir Sie ja aufgegabelt haben, sollen wir Sie einfach wieder zurück auf die Straße setzen… Nach langer Recherchen und Diskussionen mit diversen Bürokraten und Tierschützern wurde Sie dann doch mitgenommen und ordentlich behandelt und aufgepeppt.

    3 Monate später fuhren meine Mutter und ich für 2 Tage nach Italien (ein Weg circa 1000km) um diese super schöne Rotti Dame abzuholen. Während der Fahrt war Sie ruhig, hat kein Mucks von sich gegeben. Jedoch waren sowohl für mich als auch für Sie die ersten Wochen katastrophal und ich zweifelte schon an der Entscheidung. Teilweise gab es Situationen die ich falsch eingeschätzt habe, wie z.B. Ressourcenverteidigung…. Sie riss einmal den Sack mit Futter auf und ich wollte Sie wegreissen… Ergebnis: Sie schnappte nach mir…

    Ich könnte noch so vieles dazu schreiben aber ich möchte auf den Punkt kommen… Am 01. November konnten wir bereits ihr erstes Jahr bei uns feiern. Und was soll ich sagen…?! – Ich habe viel Liebe, Konsequenz, Kraft und Ausdauer in diesen Hund gesteckt und bereue die Entscheidung nach heutigem Stand – KEIN BISSCHEN!

    Der Bezug zu mir ist total gegeben. Sie vertraut mir total. Sie weicht nicht von meiner Seite und auch wenn Sie mal von meiner Mutter gestreichelt wird, blickt Sie immer zu mir.

    Ich muss auch noch erwähnen: Seit Anbeginn meines Lebens hatten wir immer Hunde. Aber es waren nie meine eigenen. Man hatte sie lieb aber für Erziehung, Pflege usw war ich nie zuständig. Nachdem ich viele Informationen aufgesaugt habe, wurde mir klar, dass ich es mit einem Hund zu tun habe, der nicht gerade für Anfänger bedacht ist. Und das musste ich auch oft am eigenen Leib erfahren. Aber verdammt… Sie ist so lernwillig und versteht extrem schnell was man Ihr beibringt. Nur den Dickschädel hat Sie immer noch. Nur mein Schädel ist dicker. 😀

    Alles in allem ein Traumhund wie ich es mir immer gewünscht habe und selbst eigentlich nie für möglich gehalten hätte. Und die Motivation ist von Tag zu Tag da, Sie zu fördern und weitere Dinge beizubringen. Auch die Leishmaniose ist auf einem so niedrigen Titer, dass der deutsche TA sagte, sie hätte gar kein Leishmaniose. Sie lebt gesund, hat eine schöne Figur, glänzendes Fell und sehr gut sozialisiert gegenüber anderen Hunden. Bei Menschen ist Sie sehr auf Abstand getrimmt wie oben beschrieben. Sie sucht die Nähe und schwänzelt aber mag es dann nicht gestreichelt zu werden. Bei Futter jedoch ist Sie zu haben. 😀

    Tolle Rasse! <3

    1. Rottweiler.de

      Hallo Kev!

      Danke für Deinen Bericht.
      Ich wusste gar nicht, dass Italien so strenge Auflagen hat. Klasse, dass Ihr da am Ball geblieben seid und Eure Rotti-Dame nach Hause geholt habt. Viele hätten bestimmt aufgegeben.
      Wie es sich liest, seit ihr mit der Zeit sehr zusammengewachsen. Verbunden mit viel Versuch und Irrtum. 😉
      Die Rasse ist wahrlich kein Anfängerhund, aber wenn man wie Du viel Liebe und Engagement reinsteckt und breit ist zu lernen und zu verstehen, den Hund zu fordern und zu erziehen … dann klappt es auch.
      Hauptsache Du behältst auch weiterhin den größeren Dickschädel. Lach! 😀
      Ich wünsche Dir eine ganz tolle Zeit mit Deiner Rottweilerhündin und das Ihr für viele viele Jahre ein tolles Team bleiben werdet.
      Liebe Grüße,
      Vanessa

  5. Klaus

    Hallo liebe Rottweilerfreunde,

    ich habe hier inzwischen viel gelesen und möchte auch meine Erfahrungen mit Rottweilern teilen.

    Selbst habe ich (noch) keinen Hund. Wir haben zwar ein Haus mit großem Garten und wohnen auch nicht weit vom Wald entfernt, aber meine Frau und ich sind normalerweise voll berufstätig und verreisen auch gerne. Aber der Ruhestand ist nicht mehr so weit entfernt. Mal sehen was dann möglich wird.

    Wie bin ich trotzdem auf den Hund gekommen? Vor über einem Jahr komme ich von der Arbeit nach Hause und in unserem Wohnzimmer kommt mir so ein schlappohriger mittelgroßer, dunkelbrauner Hund mit schwarzem Gesicht freundlich entgegen. Meine Tochter hatte den Hund ihres neuen Freundes mitgebracht. Ein Bayrischer Gebirgsschweißhund (BGS). In diesen tollen Kameraden habe ich mich sofort verliebt. Er ist in der jagdlichen Nachsuche eingesetzt und sehr gut erzogen. Und da das junge Paar auch immer mal wieder Zeit ohne Hund verbringen wollte wurde ich zum engagierten Hundesitter. Immer mal nur für einen Tag aber auch ein paar Mal für eine Woche. Wir hatten viel Spaß zusammen. Jeden Tag mindestens einen langen Spaziergang. Der Hund war zu allen Menschen und auch Artgenossen freundlich und zurückhaltend. Im Wald war er in seinem Revier. Die Nase immer am Boden und dann hat er auch mächtig an der Leine gezogen. Da er aufs Wort hörte habe ich ihn auch oft frei laufen lassen. Leider hat sich das junge Paar inzwischen wieder getrennt und ich sehe meinen neu gewonnenen Freund nicht mehr.

    Also habe ich überlegt, wie ich wieder einen Hund auf Zeit bekommen kann. Und dann kamen Bonnie und Clyde. Ein Rottweiler Geschwisterpärchen. Ca. 5 Jahre alt. Die beiden leben als „Wachhunde“ auf dem Pferdehof, auf dem meine andere Tochter ihr Pferd stehen hat. Am Hoftor gleich ein Schild „Warnung vor dem Hund“ oder so ähnlich. Und dahinter die beiden Rottis. Imposantes Erscheinungsbild. Da geht sicher keiner rein, der die Hunde nicht kennt. Mir wurde aber gesagt, die seien sehr lieb, also bin ich offen und freundlich auf die beiden zu. Am Anfang hatte ich schon einen Kloß im Hals als sie zu mir liefen. Aber es passierte nichts. Sie haben mit beschnuppert, kurz streicheln lassen und sind dann wieder von dannen gezogen. In der nächsten Zeit habe ich immer, wenn wir unser Pferd besucht haben, mit den beiden gespielt. Oft brachte ich alte Tennisbälle mit, die sie freudig apportiert haben. Die Bälle waren aber auch immer noch am gleichen Tag zerfetzt . Wir haben uns gut angefreundet und ich konnte feststellen, dass die beiden auf die wesentlichen Kommandos hören. Auch sind sie wirklich sehr verschmust. Die Hunde leben ausschließlich auf dem Pferdehof. Sie sind den ganzen Tag auf dem großen Gelände unterwegs und schlafen in einem großen Zwinger dessen Tür aber immer offen steht.

    Als ich jetzt durch die Corona Pandemie und Kurzarbeit viel Zeit bekommen habe, kam der Gedanke in mir auf, mit Bonnie und Clyde im Wald spazieren zu gehen. Der Hundebesitzer, der selbst leider nicht mehr laufen kann, hat dem sofort zugestimmt. Er meinte die Hunde würde sich sicher freuen. Also habe ich Halsbänder und Leinen besorgt und bin vor etwa einem Monat mit den beiden Rottweilern losmarschiert. Ich war sehr gespannt, ob und wie die Hunde das annehmen. Und es klappt überraschend gut. Am Anfang gab es noch etwas Gewirr mit den beiden Leinen aber inzwischen haben sie gelernt ordentlich neben mir her zu laufen. Sie ziehen fast gar nicht. Andere Menschen zu Fuß oder auf dem Rad interessieren sie überhaupt nicht. Artgenossen schon eher. Da wird schon genau geschaut. Bonnie zieht dann auch schon mal an der Leine. Seltener bellt sie auch noch dazu. Lässt sich aber leicht kontrollieren. Clyde reagiert fast gar nicht auf andere Hunde. Sie laufen gerne und ausdauernd. Unsere Runde ist rund 6km lang. Dabei müssen wir auch über eine Brücke über die Autobahn. Der Verkehrslärm ängstigt die beiden. Brücke hoch werden sie immer langsamer. Auf der Brücke kleben sie förmlich an meinen Beinen und Brücke runter werden sie immer schneller. Ich bin auch schon mal an einen Bach mit den beiden. Aber da wollten sie nicht rein. Treppen (S-Bahn Unterführung) sind auch neu für die Hunde. Insgesamt ist die Welt außerhalb des Pferdehofes Neuland für Bonnie und Clyde, die sie aber freudig erkunden. Inzwischen kriegen die beiden sich vor Freude kaum ein, wenn ich mit den Leinen komme und es los geht auf Abenteuertour.

    Die Wirkung von uns dreien, auf Menschen die uns begegnen, ist außergewöhnlich. Die meisten machen einen großen Bogen um uns. Biegen z. B. ab wenn sie uns von Weitem kommen sehen. Ich kann es irgendwie nachvollziehen. Die kennen die Hunde eben nicht. Und sie haben schon eine stattliche respekteinflößende Erscheinung. Nur einmal kam uns ein recht alte, zierliche Frau entgegen und streckte sofort die Hand zu Clyde aus, der freundlich daran leckte. „Sie haben aber sehr schöne Tiere“ sagte sie.

    Ich kenne keinen anderen Rottweiler. Aber Bonnie und Clyde sind zwei liebenswerte, immer freundliche, neugierige und total verschmuste Hunde. Noch niemals ein Anzeichen von Aggressivität, Unberechenbarkeit oder Dominanz.

    Heute gehe ich wieder mit den beiden und ich freue mich schon riesig.

    VG
    Klaus

    1. Rottweiler.de

      Hallo Klaus!

      Einen Freund verloren, zwei neue gewonnen 🙂
      Da bist Du ja gleich zweimal auf den Hund gekommen.
      Weißt Du denn schon, welche Rasse es dann später einmal werden soll? Auch ein Rotti oder doch eher der BGS?
      Ich finde es toll, dass Du die beiden an neue Dinge heranführst und ihnen das Leben außerhalb des Pferdehofes zeigst. Und scheinbar wurden die beiden gut erzogen. Ich könnte zwei ausgewachsene Rottis nicht halten, sollten die mal an der Leine ziehen 😉 Aber die zwei sind ja freundlich zu jedermann, wie Du schreibst und ziehen nur, wenn es über die gruselige Autobahnbrücke geht.
      Ich hoffe, Dein Wunsch wird wahr, wenn der Ruhestand kommt. Da hast Du viel Zeit und Dein Vierbeiner wird es lieben.
      Ich wünsche Dir bist dahin viel Spaß mit Bonnie und Clyde.
      Liebe Grüße,
      Vanessa
      PS: Normale Tennisbälle sind für Hunde nicht geeignet und aus verschiedenen Gründen sogar gefährlich. Besser Bälle aus dem Tierfachhandel benutzen 🙂

  6. Sabrina

    Hallo
    Und zwar hat ein Freund von mir einen Rottweiler mix und die sie umgezogen und seit paar Tagen knurrt der Hund will nicht .mehr in den Garten am Abend ist es am schlimmsten sie hat im vorzimmer ihren platz und sobald man bei ihr vorbei geht knurrt brummt sie dich an liegt die Ohren komplett zurück und mein Freund weiß nicht mehr was er tun soll ist eben erst seit kurzem und ein zweiter Hund wohnt auch im Hause denn hat sie auch schon mal attackiert aber nicht schlimm würde mich um eine Antwort freuen

    1. Rottweiler.de

      Hallo Sabrina!

      Das ist natürlich ein ernstes Problem. Vermutlich muss sich der Rotti erst einmal an die neue Umgebung und die neuen Gerüche, Gegend etc. gewöhnen. So ein Umzug stresst ein Tier. Wie alt ist denn der Hund? Für junge Welpen kann die Welt erst mal aus den Fugen geraten, wenn plötzlich alles anders ist. Auch alte Hunde stecken eine Umgebungsänderung oft nicht so gut weg.
      Da er besonders oft im Vorzimmer sitzt und „aufpasst“, sollte er von dort vielleicht verbannt werden. Um ihm klarzumachen, dass er hier nicht der Boss ist und nichts zu sagen hat.
      Trat das Knurren/Bellen erst auf, als der zweite Hund ins Haus gezogen ist oder schon davor? Wie sieht der Tagesablauf des Vierbeiners aus? Hat er genug Auslastung? Wohnte vorher ein anderer Hund in der Wohnung und sind im Garten vielleicht Markierungen? Oder darf der andere Hund auch in den (Gemeinschafts-)Garten?
      Brummen, Schnappen, Bellen sollte nicht geduldet werden. Was unternimmt Dein Freund, um das zu unterbinden?
      Stelle Deine Frage mal in diesem Rotti-Forum:
      http://www.rottweiler-forum.de/index.php?board-list/&s=0f4329e5b0f69c192424f7fbe5f892d554e59cd7
      Das ist sehr aktuell und lebhaft. Bestimmt können Dir da einige Rottweiler-Halter weiterhelfen.
      Liebe Grüße,
      Vanessa

  7. Sandra

    Wir haben nun den dritten Rottweiler in unserer Familie, ein stattlicher Rüde von knapp 60 cm Grösse und muskulösen 60 Kilo Gewicht. Ein wunderschöne Kerl. Charakterlich aber eher ein „Schaf“, unglaublich lieb, anhänglich, verschmust und er weiss definitiv nicht wie gross er ist. Sehr leichtführig, er versucht immer alles Recht zu machen und sehr freundliche gegenüber Kindern. Fremde werden verbellt, sobald aber klar ist, dass alles ok ist, wird der Fremde stürmisch begrüsst und auf ewig ins Hundeherz geschlossen.
    Dieser Hund ist unserer Familie gross geworden, wurde fachkundig erzogen und geführt. Kinder kannte er von Anfang an und der Umgang miteinander wurde auf beiden Seiten geübt. Es gibt bestimmte Dinge wo Kinder nichts zu suchen haben. Beim Fressen und auf dem Schlafplatz ist Ruhe. Dort dürfen maximal Familienmitglieder hin, aber auch dort wird in der Regel nicht gestört.

    Fazit: Immer wieder einen Rottweiler 🙂

    1. Rottweiler.de

      Hallo nochmal Sandra!

      Wo ist der „Like-Button“. Ich will ihn drücken. Viele Male!
      Deinen letzten Absatz finde ich so super:
      „Fachkundig erzogen und geführt; in der Familie aufgewachsen“ und dann „Kannte Kinder von Anfang an; Umgang auf beiden Seiten geübt“.
      Hach, wenn Menschen wissen, wen sie sich mit einem Rotti ins Haus holen, sind es einfach die besten Hunde. Punkt.
      Viele unterschätzen leider den Hund oder überschätzen sich selbst. Dann entstehen diese „Problemhunde“, die in Wahrheit keine sind. Ein Rottweiler ist kein Hund für jedermann. Aber sicherlich die richtigen Hunde für Euch. 🙂
      Liebe Grüße,
      Vanessa

  8. Steffen

    Hallo Vanessa
    Meine Schwester hat einen rotti Rüden 5 Monate alt , er hat jetzt 30 kg und eine Hündin rotti 5 Jahre
    Wenn ich mit beiden spazieren gehe beißt der Rüde immer in die Leine , Schluss-aus-Pfui hilft nichts ? Im Gegenteil knurrt dann 🤷🏻‍♂️
    Wenn ich dann auf die Leine stehe kurz, hört er auf – sobald wir weiter laufen gehts weiter
    Bis ich beide los binde – dann vorbei klar 🤷🏻‍♂️
    Und manchmal springt er an mir hoch und denkt ich bin sein Spielkamerad
    Denkt dann mein Arm ist ein Knochen
    Pulli und t-shirt schon mit Löcher 🤷🏻‍♂️
    Es tut jetzt nicht weh – aber wie bekomme ich das weg ?
    Er ist in der welpenschule mit vielen Hunden
    Ansonsten folgen und hören beide top
    Bei meiner Schwester macht er das nicht 🙂
    Nur bei mir 🤷🏻‍♂️
    Gruß

    1. Rottweiler.de

      Hallo Steffen!

      Fragt da bitte unbedingt in der Welpenschule nach. Der Trainer dort kann Dir bestimmt viele Tipps geben.
      Denn noch ist er „klein“ und es tut nicht sonderlich weh, aber der Rotti wird noch größer und wenn er Dich da nicht respektiert, wird das evtl. zum Problem. Vielleicht sollte Deine Schwester mal mit Euch gemeinsam spazieren gehen und dann beim „In-die-Leine-beißen“ eingreifen. Denn auf sie hört er ja.
      Oder Du bleibst einfach jedes Mal stehen, wenn er hinein beißt. Vielleicht findet er es irgendwann dann nicht mehr so lustig, weil es einfach nicht weitergeht. Du schreibst, er hört ansonsten top, vielleicht wäre es da eine Möglichkeit, ein Kommando wie Sitz oder Platz zu geben und ein Leckerli in Aussicht zu stellen? Oder Du versuchst dieses Verhalten zu ignorieren, denn einige Hunde wollen dadurch die Aufmerksamkeit des Haltes oder ihn zum Spielen auffordern. Du könntest Dich also evtl. wegdrehen und ihn nicht beachten, wenn er dies tut. Und Dich eben erst wieder umdrehen, wenn er von der Leine ablässt.
      Das Anspringen könntest Du ebenfalls mit Wegdrehen ignorieren. Weiß aber nicht, ob das klappt. Kommt auch darauf an, warum der Hund das macht. Dominanz? Beschwichtigung? Auffordern zum Spiel? Pöbeln oder Übermut?
      Da Ihr sowieso in der Hundeschule seid, am besten einfach den Profi fragen. 😉

      Ich hoffe, die Spaziergänge verlaufen bald entspannt.
      Liebe Grüße und berichte doch bitte, was am Ende geholfen hat.
      Liebe Grüße,
      Vanessa

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